Kirche Menkin

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Die Menkiner Kirche ist um 1220 errichtet worden. Der gefasste Granitsockel, die abgestuften Feldsteinumrandungen der Spitzbogenportale und die drei mit Feldsteinen umrahmten Spitzbogenfenster der Ostseite einschließlich des Giebeldreiecks sind Zeugen jener Zeit, aus der auch noch die Weihekreuze an Ost und Südwand in der Kirche stammen.

 

Nachdem Menkin und auch Teile der Kirche durch die Schweden in den 30er Jahren des 17. Jh. zwei Mal verwüstet wurden, ist die Kirche bereits 1637 neu aufgebaut und um den nördlichen Anbau mit Patronatsempore und Gruft erweitert worden. In der 2005 sanierten Gruft befinden sich 15 Särge der Familie von Winterfeldt aus den Jahren von 1640 bis 1750, der erste von Adam von Winterfeldt ist ein prächtig ausgeschmückter Zinnsarg. Die Familie von Winterfeldt war von 1623 bis 1945 in Menkin ansässig und auch Patron der Kirche. An der Innenseite der Tür zur Gruft findet sich folgender Spruch:

Wär ich so weis wie Salomon und auch so schön als Absalon und hätt des großen Alexander Reich müßt ich doch werden dem Tode gleich Anno 1637 Der Spätrenaissancealtar wurde 1599 gestiftet von der vorherigen Besitzerin von Menkin Ursula von Blanckenburg, deren Portrait am Predigtstuhl, rechts neben dem Altar, gleich dreifach in verschiedener Garderobe zu sehen ist. In der Predella des Altars wird das Abendmahl dargestellt, links und rechts daneben zwei Engel, welche die Elemente des Abendmahls zeigen, die Hostie und den Kelch mit Wein. Darüber im Mittelteil ist die Kreuzigung Jesu dargestellt, darüber der auferstandene Christus mit der Siegesfahne und auf der Spitze des Altars der Pelikan, der seine Jungen mit seinem eigenen Blut tränkt, weil er in einer Notzeit keine andere Nahrung mehr findet (Hinweis auf den Opfertod Christi). Auch die Kanzel mit Darstellungen der vier Evangelisten am Kanzelkorb stammt aus jener Zeit. Das Küstergestühl unterhalb der Kanzel stammt aus dem 15. Jh.

 

Das übrige Gestühl der Kirche ist seit 1637 unverändert erhalten. An den Wänden der Empore sowie an Nord und Südwand finden sich 32 Kindertotenschilder. Die Orgel wurde von der Firma Grüneberg im Jahr 1917 gebaut und ist 2005 saniert worden durch Orgelbauer Arnold aus Plau am See.

 

Nachdem bereits 1926-1930 eine Sanierung der Kirche durchgeführt worden war, ist von 1995-1999 eine grundlegende Sanierung von Turm und Kirchenschiff außen und innen durchgeführt worden, an der die Deutsche Stiftung Denkmalschutz maßgeblichen Anteil hatte. Durch großzügige Unterstützungen einer Hamburger Stifterin konnten auch Altar und Kanzel, Patronatsempore, Südvorhalle und Orgel saniert werden.

 

Im Jahr 1580 wurde an die Südwand der Kirche der Lübecker Domspruch geschrieben:

Christ unser Herr so zu uns spricht:

Ich bin ewig - ihr sucht mich nicht.

Ich bin allmächtig - ihr fürchtet mich nicht.

Ich bin barmherzig - ihr trauet mir nicht.

Ich bin wahrhaftig - ihr glaubet mir nicht.

Ich bin gerecht - ihr ehret mich nicht.

Ich bin der Weg -  ihr gehet mich nicht.

Ich bin das Licht - ihr sehet mich nicht.

Ich bin das Leben - ihr begehret ein nicht.

Ich bin weise - ihr folget mir nicht.

Ich bin der Meister - ihr fraget mich nicht.

Ich bin reich - ihr bittet mich nicht.

Ich bin schön - ihr liebet mich nicht.

Ich bin edel - ihr dienet mir nicht.

Ich bin der Richter - verdenket mirs nicht.